15.04.2008

Theologe: Gesellschaft braucht auch Widerspruch aus der Kirche

Stuttgart (epd). Die Gesellschaft braucht die Kirche nach Ansicht des Hamburger Theologen Fulbert Steffensky nur, wenn sie sich von der Gesellschaft unterscheidet. «Man braucht uns nicht, wenn wir sagen, was alle sagen», forderte der emeritierte Religionspädagogik-Professor beim Kongress «Wachsende Kirche» am Freitag (11. April) in Stuttgart auch zum begründeten Widerspruch auf.
 
 
Er rief die Teilnehmer des Kongresses auf, «mit Stolz und Deutlichkeit» zu ihrem christlichen Glauben Stellung zu beziehen, zum Beispiel, wenn es um die Begründung des Religionsunterrichts geht. Dann müssten Christen «ihr Gesicht zeigen».
 
 
Steffensky betonte, die Zukunft der Kirche entscheide sich an der Spiritualität, nicht an der Organisation der Kirche. Die Frage sei, ob Christen wissen, was Gebet und Anbetung sei und ob Pfarrer auch in die Kirche gingen, wenn sie nicht predigen müssten.
 
 
Fulbert Steffensky, ehemaliger Benediktinermönch, studierte evangelische und katholische Theologie. Er ist emeritierter Professor für Religionspädagogik und lebt in Hamburg. Steffensky war verheiratet mit der bekannten evangelischen Theologin Dorothee Sölle, die im Jahr 2003 verstorben ist. (0957/12.04.2008)
 
 

 

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